Die große Lüge über Erfolg und warum dein Körper sie durchschaut.
Wir alle haben sie schon verinnerlicht: Erfolg ist Leistung. Sicherheit bekommst du nur, wenn du funktionierst, gebraucht wirst, immer da bist und niemals innehältst. Doch was, wenn genau diese Vorstellung uns krank macht? Unser Nervensystem weiß längst, dass wir nicht sicher sind: nicht auf der Grundlage von Funktionieren. Ruhe wirkt bedrohlich, Stillstand fühlt sich gefährlich an. Und trotzdem sehnen wir uns nach echter Sicherheit.
Seit Kindheitstagen hören wir: Wer nicht liefert, ist nicht genug. Unser Körper übernimmt das, unser Nervensystem sucht Schutz im Tun. Es glaubt, Sicherheit entsteht nur über Leistung. Und unsere Emotionen bestätigen es: Angst, nicht zu genügen, sobald wir mal nichts tun.
Ein extremes Beispiel: Paris Hilton. Ich habe mir kürzlich ihre Doku angesehen, neugierig, um alte Teenagererinnerungen wieder aufleben zu lassen. Der Film berührt, ihre Veränderung ist spürbar. Doch sie hat ihr Imperium aus einem Überlebensmodus heraus aufgebaut: nie Urlaub, immer erreichbar, ständig am Handy. Alles, um Sicherheit durch Leistung zu erzwingen – Erfolg als Selbstschutz.
Diese Frauen werden gefeiert, weil Überlebens-Erfolg laut ist, mit Dopamin, Kicks und Glitzer. Hinter der Fassade liegt alter Schmerz. Überlebens-Erfolg verlangt immer Nachschub, während ventral-vagaler Erfolg leise von innen nährt.
Die alte Erzählung klingt so: Ich bin sicher, wenn ich funktioniere, wenn ich gebraucht werde, wenn ich permanent da bin. Das Ergebnis? Permanenter Stress, Burnout, das Gefühl, nie genug zu sein. Ruhe gilt als Bedrohung – dabei ist sie genau das, was wir brauchen, um langfristig Sicherheit zu spüren und Erfolg wirklich zu genießen.
Kannst du Ruhe wählen, ohne Krankheit oder Burnout zu riskieren?
Kannst du Erfolg empfangen, ohne direkt weiterzumachen?
Was kannst du heute schon an Erfolg zulassen, auch wenn es klein erscheint?
Ich spreche aus Erfahrung. Ich kenne die Art von Erfolg, die laut ist, alles verschlingt, die man „erfolgreich“ nennt – und wie leicht man sich dabei selbst verliert.
Ich wollte schon lange wieder surfen. Mein Kopf war längst bereit. Doch mein Körper nicht. Mein Nervensystem hatte keine Kapazität. Also bin ich nicht aufs Brett gegangen. Monatelang. Nicht aus Angst, sondern aus Respekt. Auch das ist Erfolg, auch wenn er von außen unsichtbar bleibt.
Der größte Erfolg war nicht, ein paar schöne Wellen zu erwischen, sondern dass ich rechtzeitig aufgehört habe. Ich hätte noch weitermachen können, doch meine Arme beim Rauspaddeln sagten: genug. Dieses Stoppen, das Spüren der eigenen Grenze, das bewusste Zulassen, das ist echter Erfolg.
Dieses Warten. Dieses Spüren. Dieses rechtzeitige Stoppen. Das ist echter Erfolg.
Kein Durchziehen. Kein Beweisen. Kein Selbstverrat. Sondern ein Erfolg, der von innen kommt, der nährt, der Sicherheit und Freude zugleich trägt.
Echter Erfolg bedeutet, innere Sicherheit zu spüren: unabhängig von Leistung. Dein Nervensystem darf Ruhe haben. Du darfst Erfolg empfangen. Du darfst klein anfangen. Du bist höchstwahrscheinlich erfolgreicher, als du denkst. Erfolg, bei dem du dich nicht verlierst. Integration statt Überleben. Zulassen statt Jagen. Jeder kleine Schritt ist ein echter Erfolg.
Schreibe heute drei kleine Erfolge auf, die du zulässt, ohne Druck, ohne Selbstbetrug. Spüre, dass Sicherheit und Erfolg nichts mit Dauerleistung zu tun haben. Ruhe ist kein Risiko. Sie ist der Raum, aus dem echter Erfolg wächst.
Und frage dich gerne: Wie definierst du Erfolg für dich selbst? Was bedeutet Erfolg wirklich? Vielleicht ist es Zeit, das Wort neu zu erfinden. Vielleicht ist Erfolg mehr ventral-vagal als laut, mehr innerlich nährend als grell und glitzernd.
Vielleicht ist er nicht dort, wo du hinwillst, sondern genau da, wo du schon bist.